fair – langlebig – recyclebar

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Umweltaktivisten mit Funktionsjacken

Die Nachhaltigkeit ist nun schon seit etlichen Jahren auch in der Outdoor Branche keine Unbekannte mehr. Es ist auch höchst an der Zeit, dass gerade die Firmen, die den vielen naturliebenden Sportlern die Abenteuer draußen ermöglichen, selbst die Zügel der verantwortungsvollen Herstellung ihrer Produkte in die Hand nehmen. Patagonia und Vaude sind zwei namhafte Outdoor Hersteller, die bereits seit vielen Jahren die Umwelt als ihr Steckenpferd auserkoren haben.

Nachhaltigkeit in der Sportbranche

Es ist ein offenes Geheimnis, dass vor allem in der Textilbranche eine unzählige Menge von Betrieben sich nicht im Geringsten mit dem Allgemeinwohl der Arbeiter und der umweltbelastenden Auswirkung ihres Wirtschaftens auseinandersetzen. Sie tun es nicht, weil sie es nicht müssen, meistens jedenfalls. Falls es Regeln und Gesetze in den reichen Herkunftsländern der Big Player der Branche gibt, werden sie in den armen Produktionsländern ignoriert oder trickreich mit unzähligen Subunternehmern umgangen oder verwischt.

In der Outdoor-Branche tritt das inflationär verwendete Wort Nachhaltigkeit bereits seit einigen Jahren immer öfter in den Firmenphilosophien und Marketingkampagnen auf. Vieles davon entpuppt sich leider später als moralisch aufgeladene Verkaufsstrategie. Bei einigen wenigen Sportartikelherstellern jedoch folgt den Werbeversprechen auch die ernsthafte Umsetzung. Patagonia und Vaude sind zwei solcher „grünen Outdoor Ausrüster“, die seit vielen Jahren davon überzeugt sind, dass die nachhaltige und sozialverträgliche Produktion der einzig akzeptable Weg sein kann.

Patagonia: Vom Hippieladen zum Weltkonzern

Der 1973 von Yvon Chouinard in Ventura in Kalifornien gegründete Outdoor Hersteller Patagonia etablierte sich über die Jahrzehnte zu einem Weltkonzern. Die Umweltsituation weltweit verschlechterte sich mit jedem Jahrzehnt und so kam es, dass sich Patagonia immer mehr im Umweltschutz engagierte. Der Höhepunkt erfolgte 2011, als in der New York Times eine ganzseitige Anzeige mit „Don’t buy this jacket“ erschien. Damit sollte darauf hingewiesen werden, dass Patagonia zwar umwelt- und sozialverträgliche Produkte von hervorragender Qualität im Sortiment hat, die es wert sind gekauft zu werden, doch sollte vorher überlegt werden, ob die Jacke wirklich gebraucht wird. Alte Sachen sollten repariert, geflickt und wieder genutzt werden. Dieser Gedanke wurde 2015 mit der Worn Wear –Tour konsequent weitergestrickt. Ein LKW fuhr durch die USA und Europa, blieb nach Tour Kalender immer wieder stehen – auch vor unserem Flagship Store in Treviso – und flickte kaputte Kleidung. Der Erfolg der beiden Aktionen 2011 und 2015 machten Patagonia noch populärer und reicher, weitere Initiativen zum Schutz der Umwelt folgten. „Save the Blue Heart of Europe“ ist eine Kampagne zur Unterstützung von NGOs in ihrer Arbeit, 3000 Wasserkraftwerke in der Balkanregion zu vermeiden.  Unzählige wilde Flusslandschaften, tiefe Schluchten und Auwälder würden hier den finanziellen Interessen einiger weniger Investoren geopfert. Eine ganze Reihe von Förderprogrammen runden das weitgefächerte Umweltengagement von Patagonia ab. Weiters werden mit der Fair Trade Certified TM die Menschen hinter den hergestellten Produkten unterstützt.

Der deutsche Musterschüler Vaude

Ein Jahr nach Patagonia, 1974, erblickte mit Vaude ein weiterer bekannter Outdoor Hersteller in Tettnang-Obereisenbach in Baden-Würtenberg das Licht der Welt. Vaude ist wohl einer der nachhaltigsten Outdoor Ausrüster in Europa. Sowohl die Produktentwicklung, die Lieferkette als auch der Lebenszyklus der Produkte ist nach strengen ökologischen und fairen Kriterien gestaltet. Ab der Sommerkollektion 2018 werden 100% des Kleidungssegmentes PFC (Flourcarbone) frei sein, bis 2020 die komplette Kollektion. Diese in der freien Natur nicht vorkommenden, hochgiftigen, chemischen Verbindungen wurden und werden seit den 1960er Jahren auf der Oberfläche von Textilien eingesetzt, um sie wasser-, schmutz- und ölabweisend zu machen. Die Durable Water Repellency (DWR), also die wasserabweisende Oberfläche, wird durch das Vaude Eco Finish erreicht und ist der ökologisch unbedenkliche Ersatz für PFC, allerdings wirkt dieser nicht ölabweisend. Vaude hat sich trotzdem gegen den weiteren Einsatz von PFC entschlossen, da im Outdoor Bereich die ölabweisende Funktion nicht wirklich benötigt wird. Durch das eigene Bewertungssystem, den Green Shape Kriterien, garantiert Vaude für die Nachhaltigkeit im gesamten Produktionszyklus. Die Gemeinwohl-Ökonomie bewertet Vaude im Bereich „Ökologische Gestaltung von Produkten“ als vorbildlich. Ebenfalls wird Vaude für den positiven Einfluss auf die „Erhöhung des sozialen und ökologischen Branchenstandards“ gelobt.

Gemeinsam für eine bessere Zukunft

Kooperationen sind angesagt, in allen Branchen. Sich gegenseitig helfen, um ein Ziel, im besten Falle ein gemeinsames Ziel, in kürzerer Zeit mit weniger Aufwand zu erreichen ist sinnvoll, ganz besonders im Umweltschutz und bei sozialen Herausforderungen. Patagonia und Vaude, die beiden vorauspreschenden Platzhirsche, wenn es um Nachhaltigkeit in der Outdoor Branche geht, sind in eine Partnerschaft mit der Online-Reparatur-Plattform ifixit getreten. Kunden können so ihre hochwertigen, aber kaputten Kleidungsstücke, reparieren und weiter benutzen. Geflickte Kleidung hat Geschichte, weckt Erinnerungen, hat Seele.

One Percent for the Planet ist ein internationaler Zusammenschluss von Unternehmen, die sich verpflichtet haben, ein Prozent ihres Umsatzes dem Umweltschutz zukommen zu lassen; gegründet wurde diese Non-Profit-Organisation von den beiden Patagonia Eigentümern Yvon Chouinard und Craig Mathews.

Soziale Selbstverpflichtungen und Kooperationen gestalten sich oftmals noch schwieriger als Umweltschutzabmachungen. Die Kontrolle der Arbeitsverhältnisse in den Produktionsstätten der oftmals über mehrere Subunternehmen abgewickelten Aufträge, ist teilweise sogar firmenintern schwierig. Vaude ist seit 2010 der Fair Wear Foundation beigetreten und versucht zusammen mit vielen anderen Unternehmen die Arbeitsbedingungen in den Herstellerländern zu verbessern. Trotz aller Initiativen bleibt der soziale Aspekt bei vielen Unternehmen leider immer noch im Hintergrund ihrer Firmenphilosophie. Dies sollte sich schnellstmöglich ändern, denn die Freude an einer Outdoorjacke auf der einen Seite darf nicht die zerstörte Gesundheit auf der anderen Seite bedeuten.

Dieser Artikel stammt aus unserem Alpine Magalog. Klicke dich durch den Magalog.

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2018-05-08T09:59:01+00:00

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