Schon als Kind zog es den Südtiroler Markus Eder auf die Skier. Mittlerweile ist er ein erfolgreicher Freerider, hat an den olympischen Spielen teilgenommen und ist in der Welt unterwegs. Wir haben mit Markus über seine Reisen und das Abenteuer Freeskiing, das Thema Sicherheit und seine Ausrüstung gesprochen.

Freerider Markus Eder

Freerider Markus Eder im Südtiroler Schnalstal.

„Man muss nur die Augen aufmachen“

Was war dein spannendstes und aufregendstes Projekt bisher?
Es ist schwer eines rauszusuchen. Normalerweise suchen wir den Tiefschnee in Kanada oder Alaska, aber letztes Jahr konnte ich zusammen mit The North Face und Smith ein Projekt in Weissenbach im Ahrntal realisieren und zwar auf der Fadner Alm. Dort geht es darum, dass man nicht unbedingt zur anderen Seite der Welt reisen muss, um perfekte Bedingungen zu finden. Man muss nur die Augen aufmachen und kann es auch bei uns in Südtirol vor der Haustür finden.

Wohin verschlägt es dich sonst zum Freeskiing und welches Plätzchen ist dein Liebstes?
In den letzten Jahren hat es mich bestimmt an das ein oder andere „exotische“ Plätzchen zum Skifahren verschlagen. So zum Beispiel nach Namibia oder Island und zum Heliskiing nach Alaska. Aber wir können uns hier in den Alpen extrem glücklich schätzen. Unsere Skigebiete sind um einiges größer als die in Amerika und bieten uns viel mehr Zugang zu unversehrten Hängen. Einen meiner besten Tage hatte ich in dem kleinem Skigebiet Kappl am Arlberg.

Worauf sollte man beim Freeskiing unbedingt achten?
Bei Weitem das wichtigste ist die Sicherheit! Man sollte sich mit seinem Lawinen Set-Up so gut wie möglich auskennen und das Wissen auch 2-mal im Jahr oder öfters auffrischen. Man sollte auch lieber einmal öfter über eine Entscheidung nachdenken. Wenn diese Bausteine gelegt sind, braucht es nur noch den Faktor Spaß und los geht’s.

„Ich bin mein eigener Trainer“

Fährt die Angst nie mit?
Die Angst ist da und darüber bin ich auch froh. Sie lässt mich jedes Risiko rational abschätzen, aber sobald man losfährt, wird die Angst abgeschüttelt. Also mitfahren darf sie letzten Endes nicht.

Gab es schon mal bedenkliche Zwischenfälle?
Da gab es schon den Einen oder Anderen. Bisher aber nichts, das mich wirklich an dem, was ich mache, hat zweifeln lassen.

Wie bereitest du dich auf die Saison vor?
Im Sommer probiere ich so viel wie möglich im Freien zu trainieren: also Radfahren, Slackline, Klettern, Skifahren auf den Gletschern, Trampolin springen usw. Aber auch ins Fitnessstudio verschlägt es mich regelmäßig. Sobald der Winter näher kommt, bin ich immer mehr in den Bergen unterwegs. Sei es zum Freeriden, Freestyle oder zu Fuß. Mit RedBull habe ich einen Trainingsplan ausgearbeitet, den ich verfolge, aber letzten Endes bin ich mein eigener Trainer.

Mit welcher Ausrüstung begibst du dich in die Berge?
Zurzeit ist der Karbon Touring Ski „BMT V-Werks 122“ mit der KingPin und Dalbello Lupo T.I. mein Lieblings Set-Up. Ein fetter aber leichter Ski, auf den man sich bei der Abfahrt verlassen kann. Außerdem fahre ich seit Jahren mit Smith Helm und Brillen. Klamottentechnisch unterstützt mich The North Face. Lawinenausrüstung, Foto- und Videokameras, Fernrohr, Verpflegung, eventuell Gurt und Seil kommt in den Rucksack.

Markus Eder

Markus Eder bei einer Freeride-Abfahrt.

Teilnahme an den Olympischen Spielen

Meidest du Skigebiete oder trifft man dich ab und zu auch beim „normalen“ Skifahren und wenn ja wo?
Das „normale“ Skifahren meide ich bestimmt so gut wie es geht. Die Pisten werden von uns vor allem benutzt, um so schnell wie möglich vom Park oder Tiefschneehang wieder zum Lift zu kommen. Also Skigebiet, ja klar, aber nicht zum Kurven fahren.

Welches sind deine bisher größten Erfolge?
Der Sieg bei der Freeride World Tour in Courmayeur und die Teilnahme bei unseren ersten Olympischen Spielen in Sochi waren bestimmt zwei Highlights. Aber der erste Platz bei den Nine Knights 2010 und der zweite Platz beim RedBull Linecatcher 2011 sind bis heute meine zwei wichtigsten Erfolge. Sie waren ziemlich unerwartet und auch der Einstieg in die Profikarriere.

Was hast du dir noch alles vorgenommen in nächster Zeit?
Meine Spezialität ist eigentlich die, dass ich keine habe. Mir gefällt jedes Terrain, vom Freestyle zum Freeride und ich probiere alles so gut wie möglich aus. Diese Saison kann ich hoffentlich auch etwas in die alpinistische Welt reinschnuppern. Einige coole Projekte sind geplant.

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