Die Südtiroler Alpinisten Daniel Ladurner und Johannes Lemayer haben erfolgreich den anspruchsvollen Aufstieg am Pleishornwasserfall gewagt.

Normalerweise ist die Route entlang des Pleishornwasserfalls an der Ortler Nordseite aufgrund schwieriger Bedingungen und großer Séracs unbesteigbar. Vor Kurzem konnte allerdings der von Salomon und Suunto gesponserte und von SPORTLER unterstütze Bergsteiger Daniel Ladurner aus Tscherms erstmals den gefährlichen Aufstieg wagen. Zusammen mit seinem Teamkollegen Johannes Lemayer schloss er am 13. Dezember 2016 die Erstbesteigung erfolgreich ab.

Daniel Ladurner Eisbesteigung Pleishornwasserfall

Daniel Ladurner und Johannes Lemayer bei der Eisbesteigung am Pleishornwasserfall.

Risikoreiches Klettern im Eis

Der Pleishornwasserfall befindet sich an der Nordwestwand des Ortler, der mit 3905m als größter Berg Südtirols gilt. Die Route wird aufgrund von brüchigem Gestein und vieler freihängender Zapfen als äußerst ernsthaft und gefährlich eingeschätzt. Daher rät der Erstbesteiger Ladurner nur sehr erfahrenen und mutigen Kletterern mit professioneller Eiskletter-Ausrüstung zum Nachahmen.

Gegenüber Planetmountain.com erklärte Ladurner: “Die Route verläuft unterhalb der Séracs, die momentan jedoch nicht über die Nordwestwand überhängen und daher keine große Gefahr darstellen.”

“Deutlich beunruhigender waren stattdessen der brüchige Fels und das Eis, das direkt aus den Felsspalten hervorstößt. Wegen seiner ungewöhnlichen Qualität mussten wir die meisten Eisschrauben aufwärts anbringen”, fügte er hinzu.

Eisbesteigung Pleishornwasserfall

Eisbesteigung Pleishornwasserfall.

Routenbeschreibung

Ursprünglich hatten Johannes Lemayer und Herbert Plattner den Aufstieg am 10. Dezember 2016 gewagt. Die beiden Alpinisten konnten die Erstbesteigung allerdings aufgrund von Zeitmangel nicht zu Ende führen. Daher kehrte Lemayer einige Tage später mit Daniel Ladurner zurück.

Die beiden Südtiroler bewältigten den Aufstieg zum vorherigen Höhepunkt über zwei lange Seillängen. Von dort aus mussten sie die überhängende Felswand erklimmen und anschließend den frei hängenden Eiszapfen überwinden. Laut Ladurner war dies der Knackpunkt der Route.

“Vom Fels zurück aufs Eis zu wechseln, stellte sich als sehr anspruchsvoll heraus. Ich schätze, dass dieser Abschnitt der Route als M7+ bewertet werden könnte”, verriet er.

Zwei weitere lange WI5+ Seillängen führten die beiden Alpinisten schließlich ans Ziel der Route, das sich direkt unterhalb der Séracs befindet.

Durch das Abseilen an Abalakov-Schlingen über den Eisfall konnten die beiden Kletterer danach den Abstieg zurück zum Zustiegsweg wagen.

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