Leistungsmessung für Jedermann: Garmin Vector 2

Brauche ich als ambitionierter Hobbyrennradfahrer ein Powermeter zur Leistungsmessung?

Um die Frage zu beantworten, für wen sich die Investition in einen Powermeter rentiert, habe ich das Garmin Vector 2 Pedal vier Wochen ausgiebig getestet. Dabei kamen über 1500 Kilometer und mehr als 20.000 Höhenmeter zusammen.

  1. Woche: Installieren und gewöhnen
    Garmin Powermeter

    Garmin Vector 2

    Garmin selbst beschreibt das Pedal als „Plug and Play Wattmess Pedalsystem„. Also auspacken, kurz über die Montageanleitung schauen und los geht es. Meine guten Look Keo Blade Pedale abschrauben (nicht vergessen, das linke Pedal hat ein Linksgewinde). Da die Garmin Pedale mit allen Look Keo kompatibel sind, brauche ich die im Lieferumfang enthaltenen Pedalplatten auch nicht austauschen. Die neuen Pedale etwas am Gewinde einfetten und handfest anziehen. Dann die eigentliche Messelektronik aufsetzen und mit dem beiliegenden Inbus anziehen. Die kleinen LED zeigen mir jetzt an, das das System funktioniert und einsatzbereit ist. Da ich nur einen normalen Drehmomentschlüssel habe, ziehe ich die Pedale nach Gefühl fest. Jetzt muss ich das System nur noch einmal kalibrieren. Dazu fahre ich ca. 1 Minute mit 80-90 Pedalumdrehungen. Leichter geht es, wenn man das Rennrad zur Montage in einen Rollentrainer stellt.Das war wirklich einfach!

    Bei meinen ersten Rennradfahrten habe ich bewusst die Anzeige der Wattzahlen weggelassen, um danach möglichst objetive Vergleichswerte zu bekommen.

  2. Woche: Funktionen und Einstellungen am Rad-Computer
    GPS Radcomputer Garmin Edge 520

    Garmin Edge 520

    Ich benutze zum tracken meiner Daten den Garmin Edge 520. Dort sind (wie bei vielen anderen Garmin Computern) die verschiedenen Funktionen zur Leistungsmessung schon vorhanden und müssen nur angezeigt werden. Grundsätzlich kann man aber alle ANT+ fähigen Computer, die Wattmessung unterstützen, mit dem Vector 2 benutzen. Während des Trainings werden automatisch immer die Gesamtleistung, die Leistung des linken und rechten Beins, die Trittfrequenz und die sogenannten „Cycling Dynamics“ gemessen. Bei dieser patentierten Messung wird ermittelt, an welchem Punkt der Pedalumdrehung die aktuelle Leistung erbracht wird, die genaue Verteilung der ausgeübten Kraft auf die Pedale, sowie wann und wie lange man stehend oder sitzend trainiert hat. Durch die Auswertung kann man seine Sitzposition oder die Pedalplatten eventuell anpassen.Für meine persönlichen Bedürfnisse habe ich aktuell diese Werte eingestellt und experimentiere damit noch herum (alle zur Zeit möglichen Powermeter Anzeigemöglichkeiten am Ende des Tests):

    • Seite 1
      Leistung – 3s Ø
      Leistung – % FTP
      Leistung – Runde
      Balance – 10s Ø
    • Seite 2
      Leistung – Runde max
      Leistung – NP – Runde
      Leistung – Runde
      Drehmoment-Effektivität

    Interessant ist jetzt schon das Beobachten der gemessenen Leistung während des Trainings. Rennrad Kollegen berichten ja öfter über Wattzahlen, die sie mit ihren Powermetern erreicht haben. Auf Online Portalen wie Garmin Connect oder Strava kann man die Durschnitts- und Maximalwattzahlen von Segmenten oder ganzen Routen sehen. Und jetzt erfährt man im wahrsten Sinne des Wortes, was das für eine Leistung in der Realität ist.

  3. Woche: Ermittlung FTP Wert und Trainingszonen
    Leistungsmessung Praxistest am Nigerpass

    Praxistest Powermeter

    Nach den ersten Erfahrungen mit dem Garmin Vektor 2 Powermeter ermittele ich nun meinen persönlichen FTP Wert. Das ist per Definition die leistungsbezogene anaerobe Schwelle meines Trainings, d.h. ab welcher Wattzahl ich in den roten Bereich gehe. Der FTP wird dann als Wert in Watt pro Kilogramm, als Leistungsabgabe in Watt und als Markierung in einer farbigen Anzeige auf dem Edge 520 angezeigt. Anhand dieses Wertes habe ich jetzt meine Trainingszonen ermittelt, um effektiver trainieren zu können. Diesen 20 minütigen Test sollte man am besten einmal im Monat ausgeruht auf der immer gleichen Strecke durchführen, um die Zonen anzupassen.

  4. Woche: Watt bringt’s?!?
    Verpackung Garmin Leistungsmesser

    Edle Verpackung

    Fakt ist, dass sich meine Leistungskurve innerhalb dieses Powermeter Praxistest sehr verbessert hat. Ich versuche bewusst bei jedem Training, meinen Drehmoment zu verbessern und die Effektivität beim Treten zu steigern. Außerdem halte ich mich an die vom Garmin ermittelten Trainingszonen. Vorallem ist mir aufgefallen, wieviel Kraft ich auf flachen Passagen „liegen lasse“, anstatt kräftig weiter zu treten. Deshalb konnte ich in diesem Zeitraum auch viele persönliche Bestzeiten auf meinen Segmenten heraus holen.

Resümee: Wer braucht einen Powermeter Wattmesser am Rennrad?

Zur Verbesserung der gezielten Trainingsintensität ist die Steuerung anhand der Herzfrequenz einfach zu ungenau, weil zeitverzögert.

Ich denke, das Garmin Vector 2 System ist eine sehr gute Möglichkeit, die Qualität seines Training zu optimieren. Und das will doch jeder Athlet: in kürzerer Zeit und mit weniger Aufwand seine Leistung steigern.
Im Vergleich zu anderen Leistungsmesssystemen sind die Vorteile die wirklich problemlose Montage und Inbetriebnahme, die einfache Nutzung an verschiedenen Rennrädern sowie die perfekte Systemintegration mit den unzähligen Auswertungsmöglichkeiten. Außerdem gibt es mit der Variante Garmin Vector S eine preiswerte Alternative, bei der man nur wenige Abstriche machen muss – und das man jederzeit mit einem zweiten Messsystem aufrüsten kann.

Ich werde das Testgerät bei meinen Rennradtouren jedenfalls vermissen…

Video Powermeter Garmin Vektor 2:

Anzeigemöglichkeiten Wattmessung auf dem Garmin Edge 520:

  • Balance: Die aktuelle Links/Rechts-Beinkraftverteilung.
  • Balance – 10s Ø: Der Schnitt in Bewegung über einen Zeitraum von 10 Sekunden Sekunden der Links-Rechts-Beinkraftverteilung.
  • Balance – 30s Ø: Der Schnitt in Bewegung über einen Zeitraum von 30 Sekunden der Links-Rechts-Beinkraftverteilung.
  • Balance – 3s Ø: Der Schnitt in Bewegung über einen Zeitraum von 3 Sekunden der Links-Rechts-Beinkraftverteilung.
  • Balance – Runde: Die durchschnittliche Links-Rechts-Beinkraftverteilung für die aktuelle Runde.
  • Balance – Ø: Die durchschnittliche Links-Rechts-Beinkraftverteilung für die aktuelle Aktivität.
  • Drehmoment-Effektivität: Der Messwert für die Effizienz der Pedalumdrehungen des Radfahrers.
  • Gleichmäßiges Treten: Ein Messwert für die Gleichmäßigkeit, mit der ein Radfahrer bei jeder Umdrehung Kraft auf die Pedale auswirkt.
  • Leist. – NP – Letzt. Rd: Die durchschnittliche Normalized Power für die letzte beendete Runde.
  • Leistung: Die aktuelle Leistungsabgabe in Watt. Das Gerät muss mit einem kompatiblen Leistungsmesser verbunden sein.
  • Leistung (max.): Die höchste Leistungsabgabe für die aktuelle Aktivität.
  • Leistung – % FTP: Die aktuelle Leistungsabgabe als Prozentsatz der leistungsbezogenen anaeroben Schwelle.
  • Leistung – 10s Ø: Der Schnitt in Bewegung über einen Zeitraum von 10 Sekunden (Leistungsabgabe).
  • Leistung – 30s Ø: Schnitt in Bewegung über einen Zeitraum von 30 Sekunden (Leistungsabgabe).
  • Leistung – 3s Ø: Schnitt in Bewegung über einen Zeitraum von 3 Sekunden (Leistungsabgabe).
  • Leistung – IF: Der Intensity Factor™ für die aktuelle Aktivität.
  • Leistung – kJ: Die Gesamtleistung (Leistungsabgabe) in Kilojoule.
  • Leistung – letzte Runde: Die durchschnittliche Leistungsabgabe für die letzte beendete Runde.
  • Leistung – NP: Der Normalized Power™ für die aktuelle Aktivität.
  • Leistung – NP – Runde: Die durchschnittliche Normalized Power für die aktuelle Runde.
  • Leistung – Runde: Die durchschnittliche Leistungsabgabe für die aktuelle Runde.
  • Leistung – Runde max.: Die höchste Leistungsabgabe für die aktuelle Runde.
  • Leistungsbereich: Der aktuelle Bereich der Leistungsabgabe (1 bis 7) basierend auf Ihrem FTP-Wert oder den benutzerdefinierten Einstellungen.
  • Leistungsvorgabe: Die während einer Aktivität angestrebte Leistungsabgabe.
  • Leistung – TSS: Der Training Stress Score™ für die aktuelle Aktivität.
  • Leistung – Watt/kg: Die Leistungsabgabe in Watt pro Kilogramm.
  • Leistung – Ø: Die durchschnittliche Leistungsabgabe für die aktuelle Aktivität.
  • PCO: Der Platform Center Offset. Der Platform Center Offset ist die Position auf dem Pedalkörper, an dem die Kraft angewendet wird.
  • PCO – Runde: Der durchschnittliche Platform Center Offset für die aktuelle Runde.
  • PCO – Ø: Der durchschnittliche Platform Center Offset für die aktuelle Aktivität.
  • Power Phase – L.: Der aktuelle Power Phase-Winkel für das linke Bein. Die Power Phase ist der Zeitpunkt im Tretzyklus, an dem positive Leistung erbracht wird.
  • Power Phase – L. Max. – Ø: Der durchschnittliche Winkel der maximalen Power Phase für das linke Bein für die aktuelle Aktivität.
  • Power Phase – L. Runde: Der durchschnittliche Power Phase-Winkel für das linke Bein für die aktuelle Runde.
  • Power Phase – L. Ø: Der durchschnittliche Power Phase-Winkel für das linke Bein für die aktuelle Aktivität.
  • Power Phase – R.: Der aktuelle Power Phase-Winkel für das rechte Bein. Die Power Phase ist der Zeitpunkt im Tretzyklus, an dem positive Leistung erbracht wird.
  • Power Phase – R. Max. – Ø: Der durchschnittliche Winkel der maximalen Power Phase für das rechte Bein für die aktuelle Aktivität.
  • Power Phase – R. Runde: Der durchschnittliche Power Phase-Winkel für das rechte Bein für die aktuelle Runde.
  • Power Phase – R. Ø: Der durchschnittliche Power Phase-Winkel für das rechte Bein für die aktuelle Aktivität.
  • Power Phase Ø – L. Max.: Der durchschnittliche Winkel der maximalen Power Phase für das linke Bein für die aktuelle Runde.
  • Power Phase Ø – R. Max.: Der durchschnittliche Winkel der maximalen Power Phase für das rechte Bein für die aktuelle Runde.
  • PP Runde – L. Max.: Der aktuelle Winkel der maximalen Power Phase für das linke Bein. Die maximale Power Phase ist der Winkelbereich, über den der Radfahrer die maximale Antriebskraft erbringt.
  • PP Runde – R. Max.: Der aktuelle Winkel der maximalen Power Phase für das rechte Bein. Die maximale Power Phase ist der Winkelbereich, über den der Radfahrer die maximale Antriebskraft erbringt.
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