Frau am Berg

>Frau am Berg

Menschenrechte, Frauenrechte, Gleichberechtigung, Feminismus. Nun könnte man (wieso nicht frau?) stundenlang, wenn nicht tagelang, über diese Begriffe sprechen, fachsimpeln, schimpfen, sich aufregen, diskutieren. Doch wollen wir das Thema hier mit einem etwas lockereren Ton angehen und uns über das Wissen freuen, dass Frauen genauso leistungsfähig sind wie Männer. Mit den Worten der weltweit bekannten Alpinistin Tamara Lunger: „Ich kann das, und zwar genauso gut wie ein Mann“.

Wo ein Wille, da also auch ein Weg. Das gilt für Frau und Mann ebenbürtig. Egal, ob Ladies first, oder ob der Gentleman als erster das Lokal betreten sollte. Unsere Gesellschaft ist voller Vorurteile und Stereotypen, nicht nur der Frau gegenüber. Mann hat es mittlerweile in einigen Ländern der Welt auch nicht mehr leicht, muss er doch, gleich wie seine andersgeschlechtliche Artgenossin, wegen der Gleichberechtigung und Emanzipation schwitzen.

Frauen gibt es schon ab dem 18. Jahrhundert am Berg, im Rahmen der sogenannten Grand Tours, der „Bildungsreisen“ des damaligen europäischen Adels. Dabei kommen auch Frauen auf den Berg, allerdings in Sänften getragen und in der damaligen neuesten Salonfashion.

Im 19. Jahrhundert gilt das gerade aufkommende Bergsteigen als reine Männerdomäne. Die Zeit um das Ende des 19. Jahrhunderts und den Anfang des 20. Jahrhunderts war ausschlaggebend für den jetzigen Stand und die Freiheit der Frauen am Berg. Man halte sich fest, die Begründerin des modernen Frauenbergsteigens ist ausgerechnet eine Niederländerin (hoppla, wieder ein Vorurteil). Ihr Name ist Jeanne Immink (1853-1929). Sie fängt schon früh in ihrem Leben an, die damaligen Konventionen zu brechen. Sie ist es auch, die die Kletterhose einführt und mit ihren Touren im steilen Fels das Bild der Bergsteigerin revolutioniert.

Ja, denn damals gab es für Frauen das Verbot, Hosen in der Öffentlichkeit zu tragen. Wem das lächerlich erscheinen mag, der denke daran, dass das Frauenwahlrecht in vielen europäischen Ländern erst vor wenigen Jahrzehnten eingeführt wurde. Die Kette, die die Frau am Herd gefangen hält, ist hierzulande also leider vor noch nicht allzu langer Zeit entfernt bzw. gelockert worden.

Laut Recherchen waren Frauen von Anfang an dabei, doch wurde darüber nicht viel gesprochen noch hatten diese Frauen selbst das Bedürfnis, sich öffentlich darzustellen. Sie mussten mit einer ganzen Reihe Vorurteilen kämpfen, zogen im langen Rock los, um später, an den ersten Felsen, das unpraktische Kleidungsstück im Rucksack verschwinden zu lassen.

Hier und jetzt: Schluss mit dem Vorurteil, dass Frauen Autos, und Rucksäcke, und Bergbekleidung, und Bergschuhe und… nur nach ihrer Farbe und nicht nach ihren technischen Eigenschaften aussuchen. Gott sei Dank hat man in der Sportartikelbranche die Frauenwelt entdeckt. Nun muss frau sich nicht zwischen etwas weiblicheren Herrenmodellen bzw. mit dem einzigen Damenmodell der gesamten Kollektion einer Marke begnügen, sondern hat die Qual der Wahl zwischen verschiedenen Modellen eines jeden Artikeltyps, sprich Rucksack, Wanderhose, Hardshelljacke etc. Die Hersteller würden diese Ware nicht produzieren, wenn sie keine Abnehmerinnen hätten. Das heißt also, dass Frauen seht wohl, dass es technische Unterschiede gibt zwischen den verschiedenen Funktionsmaterialien, zwischen Daune und PrimaLoft, zwischen Wander- und Kletterrucksack, zwischen einem Klettergurt mit fixen oder einem mit verstellbaren Beinschlaufen usw. Frauen haben meistens die Nase vorn, weil sie praktisch denken, und das nicht nur für sich allein. Wenn sie also einen Bergausrüstungsgegenstand brauchen und kaufen wollen, stellen sie gezielte Fragen und kommen am Ende (früher oder später) zu den Finalisten der zur Auswahl stehenden Objekte. An diesem Punkt können und dürfen sie „Frau“ und wählerisch sein. Es gilt: Wenn es mehrere technisch gleichwertige Artikel gibt, dann entscheidet wohl doch noch der Faktor Farbe und die Kombinationsmöglichkeiten mit der restlichen schon vorhandenen Ausrüstung. Aber erst dann. Außerdem sei an dieser Stelle gesagt, dass auch Männer Frauen in Sachen Fashion schon längst in Nichts nachstehen und sich freuen, wenn sie farblich perfekt kombiniert und modisch auf den Bergen unterwegs sind.

Mädels bzw. junge Frauen am Berg? Seht sie euch an: total funktionell bekleidet und ausgerüstet. Es hat fast den Anschein einer Modeschau, doch sind siegerade dabei, mit Erstbesteigungen und der Begehung neuer Routen in der Bergwelt weiter weibliche Geschichte zu schreiben.

Mikroabenteuer

Du willst etwas Abenteuerliches erleben, raus aus dem Alltag, eine kleine Auszeit? Fang klein an und mach einfach mal etwas Anderes, eventuell sogar etwas Verrücktes. Schon eine Nacht mit Schlafsack und Liegematte unter den Sternen bewirkt Wunder. Oder ein Tag ohne Straßenkarte und GPS in einer Großstadt. Nimm den Bus und fahre ein Stück, um dann nach Hause zurückzuwandern. Campe im Garten oder auf der Terrasse. Versuch es, es macht Spaß!

Das Thema „Frau am Berg“ ist einer der Leitfäden des aktuellen Geschäftsjahres von SPORTLER. Das zarte Geschlecht wird beleuchtet, wie es tickt und fühlt und wie es genauso alle 14 Achttausender der Welt erklimmt, wie ihre männlichen Genossen. Und wie es den Hausberg schätzt, auch wenn es ihn schon in- und auswendig kennt. Frauen eben, stark und einfühlsam!

Dieser Artikel stammt aus unserem Alpine Magalog. Klicke dich durch den Magalog.

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2018-07-06T09:32:22+00:00

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