The North Face Lavaredo Ultra Trail 2017 – Erfahrungen der Teilnehmerin Vroni Heidrich

>The North Face Lavaredo Ultra Trail 2017 – Erfahrungen der Teilnehmerin Vroni Heidrich

Die Teilnahme beim The North Face Lavaredo Ultra Trail 2017 hat Vroni Heidrich im Frühjahr beim SPORTLER-Gewinnspiel “Gewinne deinen Startplatz” gewonnen. Nach ihrer erfolgreichen Teilnahme an diesem Ultra Trail im Herzen der Dolomiten rund um Cortina d’Ampezzo, erzählt uns Vroni über ihre intensiven Erfahrungen und den großartigen Erfolg, den sie erzielen konnte.

Ultra-Trail-Teilnahme gewonnen: Vorfreude, Aufregung…

The North Face Lavaredo Ultra Trail Vroni Heidrich

Vroni Heidrich beim NORTH FACE LAVAREDO ULTRA TRAIL 2017

Ich werde auf dem The North Face Lavaredo Ultra Trail in Cortina d’Ampezzo starten, von wo aus es auf einer atemberaubend schönen Strecke rund 120 km und 5.800 m+ durch die Dolomiten zu bewältigen gilt. Wir laufen quasi die bekanntesten Hotspots der Gegend ab. Vorbei am Monte Cristallo, den Cinque Torri und natürlich den 3 Zinnen. Ich freue mich schon riesig auf den Lauf, auch wenn ich durchaus sehr großen Respekt davor habe. Meine Recherche der Rennberichte im Vorfeld war eindeutig: schön, laufbar und SCHNELL! Da ich in der Regel stärker in technischem Gelände bin und nicht zwingend die schnellste Läuferin, vertraue ich einfach auf eine gute Kräfteeinteilung und ein wenig Glück 🙂 . Das ist bei so einem langen Lauf immer nötig. Abgesehen davon, kommt es natürlich auf eine disziplinierte und effektive Vorbereitung, sowie auf die richtige Ausrüstung an. Ich verwende Trailrunning-Stöcke, schwöre auf die leichten Trailrunning-Rucksäcke von Salomon. Bei der Bekleidung setze ich auf Damen-Skorts/Shorts, Dynafit-Laufshirts, Merino-Funktionsunterwäsche (z. B. von Orthovox), einen leichten Sport-BH und natürlich Trailrunning-Laufschuhe. Ebenfalls nicht fehlen darf meine Suunto Ambit 3 GPS-Sportuhr.

Ultratrail durch die Dolomiten: los gehts!

The North Face Lavaredo Ultra Trail 2017

The North Face Lavaredo Ultra Trail durch das Herz der Dolomiten

Und los gehts. Als der Startschuss fällt dauert es noch eine Zeit bis sich der Pulk von 1.513 Läufern auch bei den hinten Eingeordneten, wie mir, in Bewegung setzt. Die ersten 20 km geht es dann zunächst in humanem Tempo in der Masse weiter. Bis man sich langsam durch das Gewusel immer weiter nach vorne kämpft. Danach läuft es dann richtig gut. Die Wege sind größtenteils gut laufbar und auch die Pfade bergab erweisen sich als locker flowige Abschnitte. Es macht einfach extremen Spaß in der Nacht in einem guten Tempo so schön vor sich hin laufen zu können und ordentlich Strecke zu machen. An den Verpflegungsstellen gibt es alles was man braucht und die Helfer sind sehr nett und zuvorkommend. Und so rollt es sich fast wie von selbst durch die Nacht. Dann, pünktlich zu den ersten Sonnenstrahlen des Tages, ist es so weit. Um ca. 7:20 passiere ich den Checkpoint beim Rifugio Auronzo von wo es nur noch ein Katzensprung bis an den Fuß der 3 Giganten ist. Das Panorama drumherum und die imposanten Zinnen sind so beeindruckend, dass man dort kurz innehalten muss, um den Ausblick zu genießen, so wie ein paar nette Erinnerungsbilder schießen. Ein paar lustige Mitläufer tun es mir gleich und wir freuen uns gemeinsam über diese beeindruckende Gegend. Von dort aus geht es nun über breite Schotterwege ziemlich flott nach unten ins Tal. Hier sind wir 3 Frauen und pushen uns im Stillen immer zügiger den Berg hinab und hinein in einen nicht enden wollenden Zieher, der direkt zum “Basecamp Cimabanche” und ungefähr der halben Strecke führt. Hier gibt es nicht nur Verpflegung, sondern auch die hinterlegten Dropbags mit Wechselgewand und Schuhen. Bis auf ein trockenes T-Shirt bin ich aber mit meiner Bekleidungs- und Schuhwahl so zufrieden, dass ich recht schnell wieder starte.

Ultratrail in der Hitze: Zähne zusammenbeißen und weiter, immer weiter…

The North Face Lavaredo Ultra Trail Vroni Heidrich

The North Face Lavaredo Ultra Trail: Zähne zusammenbeißen!

Ab diesem Punkt beginnt nun die gut markierte Backofen-Tour. 😀 Denn es wird gefühlt wirklich immer heißer. Auf dem nächsten Anstieg gibt es zwar viel Wald, dieser bringt gefühlt aber so gut wie keine Abkühlung. Das Einzige was hilft sind die Gott sei Dank so reichlichen Wasserstellen entlang der Strecke. Ich lasse von nun ab so gut wie keine Gelegenheit aus um meine Cap neu im Wasser zu baden und somit zumindest einen kühlen Kopf zu bewahren. Das ist bei diesen Temperaturen die Rettung. Vor allem weil es schon bald ins “Tal des Leidens” geht, welches direkt zum nächsten Kontrollpunkt – dem Rifugio Col Gallina führt. Es ist dort rein optisch ein wahrer Traum. Ein großes, weites Tal umgeben von markanten Felsformationen und durchzogen von Bächen und Wasserfällen. Aber zum Laufen ein Brennpunkt, der es in sich hat. Da hilft dann trotz der Naturschönheit nur noch Zähne zusammenbeißen und durchschwitzen. Jeden Bach mitnehmen und gleich samt Schuhe und Strümpfe hineinspringen,  um etwas Erfrischung abzubekommen. Nach der Schotterwüste geht es dann zwar nicht minder heiß weiter, man findet sich nur irgendwann damit ab, den restlichen Weg weiter zu zerlaufen. Und die wieder etwas weniger weitsichtige Streckenführung macht es dem Kopf etwas leichter, doch hin und wieder auf Schatten zu hoffen.

Ultra-Trail durch die Dolomiten: atemberaubend Schön!

The North Face Lavaredo Ultra Trail 2017

Ab Col Gallina fängt dann der für mich schönste Streckenabschnitt an. Endlich etwas alpiner, höher, felsiger. Yuhuu. Hinauf zum Passo Giau. Im Vorfeld erzählen mir schon einige Läufer, die die Strecke schon gelaufen sind, dass man es ab hier lieber etwas ruhiger angehen sollte. Nicht unterschätzen, es wird noch richtig hart … Ja ja. Ich denke mir zuerst, dass sie vielleicht etwas übertreiben, aber im Nachhinein muss ich denen recht geben. Der Abschnitt sieht auf dem Streckenprofil definitiv kürzer aus, als er sich dann anfühlt. Was nicht zuletzt wieder mit der sengenden Hitze zu tun hat. Die Strecke ist nun nicht mehr wirklich laufbar. Nun fängt für mich der Panzerhike an 😉 . Ein italienischer Läufer äußert sich hinter mir amüsiert über die Schönheit des Nordic Walkings. Dass er damit auf meinen zügigen Stockeinsatz anspielt verstehe ich auch ohne große Italienischkenntnisse. Auch wenn ich nicht gerne mit einem Nordic Walker verglichen werde. In dem Moment hat er ziemlich sicher recht. Hmm naja, wenn´s schnell macht … 😉 . Und so stöckel ich mich die letzten Kilometer zwischen den Läufern des Cortina Trails, die nun auch auf selbiger Strecke unterwegs sind, die letzten Höhenmeter nach oben. Ich liebe es, wenn es steil bergauf geht. Aber auf den letzten Metern bete ich wirklich, dass das hinauf tropfen bald von einem letzten, langen Ins-Ziel-Rollen abgelöst wird. Und das tut es dann auch. Nach einer gefühlten Ewigkeit, die aber eigentlich durch das Anfeuern und die Komplimente der Cortina Trailer ganz amüsant und erträglich ist, geht es dann nur mehr hinab. Zirka 13-14 km, über nette,  schmale Trails und zum Ende hin, steilere und weiche Waldabschnitte. Nun will ich nur noch ins Ziel und endlich eine kalte Dusche! Kurz bevor es soweit ist, ungefähr 1 km vor der Zielgeraden, gibt es noch eine kleine “Verpflegung” der Anwohner, die ich hier unbedingt erwähnen muss. Denn es gab außer einer provisorischen Dusche, auch noch EISKALTE Wassermelone. Ohh mein Gott – in diesem Moment hätte es nichts besseres geben können. Ich danke den netten Damen, die auf diese grandiose Idee gekommen sind. Denn, ab dem Moment war für die letzten paar Meter alle Anstrengung verflogen. Die kalte Melone wirkt wie ein unglaublich wohltuender Energieschub, der mich von hier wie von selbst ins Ziel befördert.

Ultratrail geschafft: Glücksgefühle im Ziel!

Und da steh ich dann. Weiß im ersten Moment gar nicht so recht, ob ich lachen oder weinen soll. Egal, ich tu einfach beides und nehme im Anschluss stolz meine FINISHER-Weste entgegen.

Als sportliches Ziel habe ich mir vor dem Lauf eine etwa Zeit von 20-22 Stunden gesetzt, die ich gerne schaffen wollte. Am Ende sind es für mich unglaubliche 18:22 geworden. Somit Platz 111 overall und Platz 10 bei den Frauen. Ich kann es noch gar nicht ganz fassen und freue mich immer noch tierisch, über diese für mich extrem gute Zeit und einen wunderbaren Lauf, der trotz Hitzewelle, so viel Spaß gemacht hat, dass ich ihn am liebsten gleich noch einmal laufen würde 🙂 .

Vroni Heidrich

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2019-02-14T11:08:14+00:00

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